Die Dunkelfeldmikroskopie

Die Dunkelfeld-Diagnostik ist eine spezielle Form der Diagnose, bei der dem Patienten ein kleiner Tropfen Kapillarblut vom Finger entnommen wird. Das Blut kann dann über einen längeren Zeitraum hinweg unter einem Dunkelfeldmikroskop betrachtet werden kann. Dieses verfügt über einen speziellen Kondensator, der alles, was im Blut vorhanden ist, auch optisch sichtbar macht – und dies, ohne dass Teilchen, Stoffe, Pilze, Viren etc. überblendet werden oder dass es einer Einfärbung der Zellen bedarf. Mit dem Dunkelfeldmikroskop sehen wir tatsächlich in den Mikrokosmos des Blutes. So können sonst unsichtbare Phänomene beobachtet werden, die Rückschlüsse auf bestehende Erkrankungen, aber auch auf sich erst in der Zukunft manifestierende Erkrankungstendenzen zulassen.

Wie auch schon im Altertum die Körpersäfte bei einem erkrankten Menschen untersucht wurden, hat sich diese Tradition bis heute gehalten. So wie der lange vor unserer Zeit geprägte Satz "ICH WEISS, DASS ICH NICHTS WEISS" bis heute auch dem faszinierenden technischen Fortschritt immer noch vorauseilt und somit seine Gültigkeit bewahrt hat, so verhält es sich unter anderem auch mit vielen medizinischen Untersuchungen, die eine große Interpretationsbreite zulassen und gut dafür sind, einem leidenden und verängstigten Menschen noch mehr Angst und so gefügig zu machen.

Bis vor gut 20 Jahren, als Bandscheibenvorfälle noch mit Kontrastmitteleinspritzungen ins Rückenmark nachgewiesen werden mussten, wusste man noch nicht, dass ca. 60% der gesunden, schmerzfreien Bevölkerung Bandscheibenvorfälle hat, die so groß sind, dass sie im Fall segmentaler Beschwerden sofort einem operativen Eingriff unterzogen werden müssen. Das heißt, in der Medizin muss man Befunde sehr relativieren, bevor man zu einer zwingenden Aussage kommt. Man kann somit guten Gewissens fast jeden Rückenschmerz als Bandscheibenvorfall bezeichnen, wenn man es denn will.

Ebenso verhält es sich mit vielen Blutuntersuchungen: Ein Laborcheck mit 50 verschiedenen Parametern kann völlig normale Werte erbringen und der Patient ist trotzdem schwer krank - weil vieles eben nicht untersucht wurde, an vieles nicht gedacht wurde und vieles nicht untersucht werden kann, weil der sog. Fortschritt eben doch noch nicht weit genug fortgeschritten ist. Im medizinischen HIER UND HEUTE muss man vieles mosaikartig und wertfrei nebeneinander und in Anlehnung an das klinische Bild und unter Zuhilfenahme der eigenen klinischen Erfahrung und der technologischen Möglichkeiten betrachten. Die Dunkelfeldmikroskopie ist solch ein Mosaikstein.

Hierbei wird seit über 100 Jahren der wohl bekannteste Körpersaft betrachtet, nämlich das Blut. Nicht nur makroskopisch, das heißt mit bloßem Auge – wobei man hier auch schon sehr viel sehen kann: Ist die Farbe und Konsistenz sehr fettig, ist dies ein Hinweis für eine Fettstoffwechselstörung, hat er Farbe von einem abgelagerten Rotwein oder von einem Roséwein, sind beides Hinweise für völlig verschiedene Erkrankungsmöglichkeiten, die heute aber besser mit moderneren Labormethoden abgeklärt werden sollten. Mikroskopisch fand der Franzose Prof. Dr. Dr. Pierre Bechamp in den 1860er Jahren in allen Zellen kleine Mikroorganismen, welche sich in Bakterien weiterentwickeln können und zog daraus den Schluss, dass Krankheiten ihren Ursprung im Körperinneren haben. Zur etwa gleichen Zeit postulierte Virchow die sog. Zellularpathologie, welche die Krankheitsursache in einer Störung der einzelnen Zellen sieht, ähnlich wie Pasteur, welcher den einzelnen Krankheiten als Ursache jeweilige Mikroorganismen zuordnete. Prof. Claude Bernard schließlich, eine Zeitgenosse Bechamps, gab beiden Recht, indem er feststellte DIE MIKROBE IST NICHTS - DAS MILIEU IST ALLES. Wenn man so will, war er der erste namhafte Wissenschaftler, der Umweltprobleme (die im Mikrokosmos genauso bestehen wie im Makrokosmos) in Beziehung zu Krankheitsursachen setzte.

Aus heutiger Sicht muss er wohl auch Recht gehabt haben, was allerdings auch 150 Jahre nach dieser lapidaren Feststellung in unserem medizinischen Weltbild kaum Niederschlag gefunden hat. Denn zur Um- und Innenwelt gehört die Ernährung, deren Bedeutung bis heute in der Ausbildung der Ärzte noch nicht entsprechend gewürdigt wird. Als Beweis dafür dient das, was die Patienten in den allermeisten Krankenhäusern vorgesetzt bekommen - zur Gesundung ist er indes nicht so geeignet. In gewissen Grenzen und nach Rücksprache ist deshalb oft ein „Zu-füttern“ angesagt, wie dies Tradition ist in allen Entwicklungsländern.

Die Dunkelfeldmikroskopie ist heute also eine wertvolle Hilfe in der Beurteilung und Verlaufskontrolle von Krankheiten. Auch wenn jemand dieser Methode kritisch gegenüber stehen mag, so dient sie doch als wichtige Hinweisdiagnose, die man mit „akzeptierten“ Laboruntersuchungen bestätigen kann. Man sieht hier Milieuveränderungen, Übersäuerungen, Gerinnungsstörungen, Sauerstoffmangelzustände, Organschwächen, bakterielle und parasitäre Belastungen usw.. Sie ist deshalb heute eine wertvolle Zusatzdiagnostik zu den üblichen Laboruntersuchungen: Denn man kann Dinge sehen, die man sonst nicht sieht und aus denen man therapeutische Konsequenzen ziehen kann.

Es ist keine sog. "Leitlinienmedizin", worauf die Kostenträger sich immer berufen, wenn sie die Kosten nicht erstatten wollen - auch und gerade da, wo die etablierte Medizin nicht zufriedenstellend für den Patienten war. Aufgabe des Arztes kann und darf es aber nicht sein, das zu unterlassen, von dem er sich einen besseren Effekt erwartet, nur weil Sachbearbeiter oder Gutachter dafür bezahlt werden, dass sie unter Berufung einer „Leitlinienbehandlung“ die Erstattung ablehnen. Dies ist dann der Fall, wenn dem Patienten nur unter Inkaufnahme unwiederbringlicher Schäden eine Behandlung zugemutet werden soll. Dies widerspricht auch ganz klar unseren humanitären Grundrechten einschließlich der gängigen höher- und höchstinstanzlichen Rechtsprechung. Auch liegt im Fall einer Therapieresistenz unter schulmedizinischer Behandlung ein übergesetzlicher Notstand vor, welcher die gängige Rechtsprechung aushebelt. Dies wird auch vom Verfassungsgericht so gesehen – nach dem Motto: Stellen Sie sich vor, es ist Krieg und keiner geht hin!

Im letzten Jahrhundert führte der deutsche Wissenschafter Günther Enderlein (1872 – 1968) die Arbeiten weiter. Er entwickelte auf die Erkenntnisse des Dunkelfeldes aufbauend Medikamente (sog. Nosoden), die heute noch im Anlehnung an die Dunkelfeldbefunde verordnet werden.

Enderlein vertrat damals schon die heute erwiesene Erkenntnis, dass wir in Symbiose leben mit den sogenannten Archebakterien; das waren die allerersten einzelligen Lebewesen, die noch einen Stoffwechsel hatten, der zur Energiegenerierung ausschließlich Kohlenhydrate (Zucker) benötigte und keinen Sauerstoff. Die Weiterentwicklung des Einzellers zum Mehrzeller erforderte eine ökonomischere Energiegewinnung, die nur mit Sauerstoff und Zucker zusammen möglich war. Es bildeten sich also aus diesen Einzellern die Mitochondrien, welche zum Teil heute noch Stoffwechseleigenschaften dieser Archebakterien aufweisen. Mitochondrien nennt man die Energiekraftwerke in der Zelle. Sie sind also Relikte aus den ersten Bakterien, die sich im Störfall zu krankmachenden Bakterien weiterentwickeln können. Soweit zu den Beobachtungen der genannten Forscher.

Der Störfall: Er definiert sich durch "Umweltveränderungen": Falsche Ernährung, Distress, Medikamente, Elektrosmog, pH-Veränderungen im Gewebe, Hormondefizite u.v.m.. Diese (inneren) Umwelt- bzw. Milieuveränderungen erfordern dann für die Zelle eine Rückbesinnung auf gespeicherte "Energiegewinnungsprogramme", da die Mitochondrien nicht mehr auf dem üblichen Weg den Sauerstoff nutzen können (die Mitochdondrien sind bei vielen chronischen Krankheiten in Anzahl und Größe stark dezimiert). Die Zellen stellen sich ohne Zuhilfenahme von Sauerstoff auf den archaischen Glukoseverbrauch um und bieten so ein fruchtbares Terrain für das Wachstum von Krankheitserregern. Dies ist grob umrissen der Mechanismus für chronische und Erkrankungen.
Von wissenschaftlicher Seite ist dies heute weitestgehend gut belegbar und bietet demzufolge auch eine Arbeitsmatrix, um Krankheiten nicht nur symptomatisch, sondern - wenn man so will - mehr kausal oder regulativ zu behandeln. Als Beispiel für diese Argumente - die für manchen etwas simpel erscheinen mögen – sei folgendes aus der Routinemedizin angemerkt:

Zur Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen benutzt man das PET. Hierbei wird dem Patienten radioaktiv markierte Glukose gespritzt, um herauszufinden, wo sich diese anreichert. Sie reichert sich da an, wo der Glukosehunger am größten ist – also bei den Krebszellen. Eine Krebszelle hat einen bis zu 30 Mal höheren Zuckerverbrauch als eine gesunde Zelle, da sie kaum noch Sauerstoff verwerten kann. Auch weiß man aus Untersuchungen, dass in chronisch entzündetem Gewebe der Sauerstoffpartialdruck erniedrigt ist. D.h. chronische Entzündungen sind der Wegbereiter für viele andere Krankheiten inkl. Krebs, weil sie die "innere Umwelt" dafür präparieren. In einer britischen Studie hat man an 48000 Männern zwischen 40 und 75 Jahren festgestellt, dass die Gefahr an Krebs zu erkranken um 30% steigt, wenn sie Entzündungen im Bereich der Zähne bzw. der Kieferknochen haben, für bestimmte Organe sogar um 50%. Dies deckt sich mit meiner langjährigen Beobachtung, dass die meisten Tumorträger zwischen vier und zwölf devitale Zähne mit sich herumtragen.

Zusammenfassend ist die Dunkelfeldmikroskopie ein einfaches Kontrollverfahren bei der Behandlung vieler Krankheitsbilder. Sie gilt als Hinweisdiagnostik und nicht als Ausschlussdiagnostik; die theoretischen Grundlagen sind kompatibel mit dem heutigen Stand des Wissens, welches deswegen nicht notwendigerweise bereits heute allgemeine Anerkennung erfährt.


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Dunkelfeldaufnahme nach Blutentnahme

Dunkelfeldaufnahme nach einer Stunde

Dunkelfeldaufnahme nach vier Stunden

Dunkelfeldaufnahme nach zehn Stunden


© 2015 - Dr. med. Hartmut Baltin - www.dr-baltin.de - Alle Rechte vorbehalten.


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